18.11.2010 - Der Verband der Volkshochschulen Südtirols (VHS) feierte gestern im Museum für moderne Kunst in Bozen sein 60-jähriges Bestehen.
Vor 60 Jahren wurde der Verband der Volkshochschulen Südtirols von Bruno Pokorny, dem umtriebigen Leiter der Meraner Urania, ins Leben gerufen. Standen zu Beginn beinahe ausschließlich Vorträge auf dem Programm, so bieten die Volkshochschulen heute ein reichhaltiges Angebot an Seminaren, Workshops und Kursen. „Mit 17.000 Weiterbildungsstunden bei fast 1.200 Veranstaltungen erreichen wir über 15.000 Teilnehmer im Jahr und gehören somit zu den größeren Akteuren in der Südtiroler Weiterbildungslandschaft“, sagte Präsident Oswald Rogger in seiner Rede im Museum für Moderne Kunst. Prof. Rudolf Egger von der Uni Graz skizzierte in seinem Festvortrag ein differenziertes Szenario der künftigen Weiterbildungslandschaft. „Durch die Individualisierung isolieren sich Menschen sowohl in den Lerninhalten, als auch in den Lernorten mehr und mehr“, sagte Egger. „Durch den verstärkten Wettbewerb bilden sich Märkte, die sich immer mehr an rein betriebswirtschaftlichen Parametern orientieren. Dagegen müssen wir uns stellen“, bekräftigte Egger.

In der Podiumsdiskussion, die von ORF-Moderatorin Verena Gruber geleitet wurde, betonte Christine Vigl, Leiterin der Volkshochschule Pustertal, die wachsende Bedeutung der Weiterbildung. Wilhelm Filla, Generalsekretär der österreichischen Volkshochschulen, lobte die Südtiroler Gesetzgebung, die eine bessere finanzielle Hilfestellung gewähre als in Österreich. Dennoch kritisierte Präsident Oswald Rogger die mangelnde räumliche Ausstattung für die Kurse des VHS. „Wir fordern keine neuen Protzbauten, aber eine Adaption bestehender Einrichtungen an unsere Bedürfnisse wäre sinnvoll. Wenn man erwachsenengerechte Räume auch in den Schulen schaffen würde, würde man Synergieeffekte erzielen, die Kosten einsparen helfen,“ meinte Rogger.
Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur bekräftigte ihrerseits, dass die Volkshochschulen trotz Kürzungen im Landeshaushalt keine finanziellen Einbussen zu befürchten hätten. „Sollte es dennoch zu Einsparungen kommen, dann betreffen diese die Infrastruktur-Projekte, aber nicht die laufenden Programme“, meinte sie.
„Insgesamt stehen die Volkshochschulen in Südtirol heute sehr gut da“, sagte Rogger abschließend. „Wir sind einerseits landesweit stark präsent, andrerseits eingebunden in das Netz der Österreichischen Volkshochschulen, was vor allem sich auch positiv auf die Weiterentwicklung der Programme auswirkt.“
Im Bild: Prof. Egger zum Thema "Volkshochschulen der Zukunft. Soziale Netzwerke mit unscharfen Rändern."
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